Heute konnte Anton nicht in den Kindergarten, da leider unsere Krankenschwester, die ihn begleitet krank ist. So hatten Anton und ich aber Zeit, ganz viel mit dem Talker auszuprobieren.
Anton arbeitet eigentlich mit Seiten, auf denen 3x4 Felder zur Auswahl stehen. So kann er Kommentare abgeben beim Spiel (z.B. "Das ist meins!" oder "Spiel mit mir") oder kann uns auch mitteilen, was er gerne spielen oder auch essen möchte. Das sind im Moment so unsere Schwerpunkte. Damit kommt Anton schon recht gut klar, es macht ihm viel Spaß, sich beim Essen immer eine Banane zu wünschen. Er hat mir die letzten Tage aber auch schon mal "Nein" "Spinat" gedrückt und sich dann gefreut, dass er nur noch Kartoffeln essen durfte!
Beim Nachtisch essen heute mittag hat er noch ein neues Spiel entdeckt: Er hat mittendrin auf "Ich bin fertig" gedrückt und ich habe daraufhin den Joghurt aus seinem Sichtfeld gestellt. Er hat dann geschimpft und mir "Bitte" gebärdet, aber darauf habe ich nicht reagiert. Ich wollte eigentlich, dass er mir noch mal "Joghurt" über den Talker sagt. Stattdessen hat er auf "Noch mehr" gedrückt und ich habe ihm noch mehr Joghurt gegeben. Dann hat er wieder auf "Ich bin fertig" gedrückt und das Spiel ging wieder von vorne los. So hat unser Mittagessen zwar ewig gedauert, aber da wir heute nur zu zweit beim Mittagessen waren, hatten wir ja auch die Zeit dafür.
Heute haben wir noch etwas Neues ausprobiert: Wir haben Szenebilder auf den Talker aufgespielt. Das bedeutet, dass ein großes Bild auf dem Talker erscheint, das aber mit verschiedenen Funktionen hinterlegt ist. Am besten hat Anton das Bild mit den verschiedenen Fahrzeugen aus einem seiner Bilderbücher gefallen. Wenn er auf die Eisenbahn zeigt, sagt der Talker Eisenbahn usw. Ihm hat das sehr viel Spaß gemacht. Die einzige Schwierigkeit hierbei ist, dass die Szenebilder nur ohne seine Fingerführung (Gitter über dem Touchscreen) funktioniert und er so teilweise noch zusätzlich mit der ganzen Hand drückt statt nur mit dem Finger.
Zusätzlich födert dieses Spiel seine visuelle Wahrnehmung. Anton ist sehbehindert und hat noch Schwierigkeiten auf komplexen Bildern einzelne Details gut zu erkennen. Einzelne Bilder oder Symbole, die klar abgegrenzt sind, kann er viel leichter erkennen. Über diese Bilder (im Moment aus Bilderbüchern abfotografiert) übt er nun ganz spielerisch, das erkennen von Details.


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